Theresa Dessovic

Name: Theresa Dessovic
Universität(en)/ Fachhochschule(n): BOKU – Universität für Bodenkultur Wien
Studiengang: Forstwirtschaft
Sprachen die ich spreche (auch Computersprachen): Deutsch, Englisch
Das könnte ich mit meinem abgeschlossenen Studium machen:
Ich könnte als Förster*in arbeiten oder die Leitung und Bewirtschaftung von Forstbetrieben oder Schutzgebieten wie Natur- und Nationalparks übernehmen. Auch Tätigkeiten im Natur- und Umweltschutz, bei Behörden und Interessenvertretungen sowie in der Holzindustrie sind möglich. Forschung oder internationale Organisationen bieten viele verschiedene Arbeitsgebiete.
Mein Einstieg an der Uni/FH war:
Mein Start ins Unileben war sehr sozial. Ich habe mich damals selbst dazu überredet, am Erstitutorium der BOKU teilzunehmen (wirklich überredet, weil ich eigentlich nicht so gerne in großen Gruppen bin, in denen ich niemanden kenne). Im Nachhinein war es auf jeden Fall eine gute Entscheidung. An der BOKU wird es einem wirklich leicht gemacht, nette Menschen kennenzulernen und Anschluss zu finden.
Fachlich war der Einstieg für mich allerdings stressig, weil ich durch meine HAK-Ausbildung nicht gerade die besten Voraussetzungen für die naturwissenschaftlichen Fächer mitgebracht habe. Mir fehlten oft die Grundlagen in Biologie, Mathe und Chemie. Außerdem musste ich mich erst daran gewöhnen, dass man für naturwissenschaftliche Fächer ganz anders lernt als für BWL oder Rechnungswesen. Mit der Zeit wurde es besser und ich habe auch langsam Freude daran gefunden, mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Vor allem habe ich gemerkt, dass man sich auch in Fächer einarbeiten kann, mit denen man vorher kaum etwas zu tun hatte.
An meinem Studium besonders interessant finde ich:
Wie vielseitig es ist. Mir gefällt vor allem, dass wir so viele Exkursionen und praktische Übungen haben und dadurch auch viel draußen unterwegs sind. Es ist cool raus in die Natur zu gehen und das Gelernte auch in der Praxis zu sehen und zu beobachten. Ob man gerade Pflanzen bestimmt, Bodenprofile untersucht oder versucht zu verstehen, wie sich ganze Wälder über Jahrzehnte entwickeln. Besonders spannend finde ich, wie viele unterschiedliche Fachbereiche im Studium zusammenkommen. Aber auch Fächer wie BWL sind ein Thema und es ist interessant diese mit dem forstwirtschaftlichen Fokus zu verbinden. Generell bekommt man durch die Kombination aus Natur, Technik und Wirtschaft einen abwechslungsreichen Mix an Wissen vermittelt. Gerade durch Herausforderungen wie den Klimawandel wird mir immer mehr bewusst, wie komplex und gleichzeitig wichtig Forstwissenschaft ist.
Wer hat mich zu diesem Studium inspiriert? (Infotag/Schulworkshop/Messe/Role Model/Freunde/Familie)
Eigentlich hat mich niemand direkt zu diesem Studium inspiriert. Aus meiner Familie hat keine*r etwas mit der Forstwirtschaft oder der Jagd zu tun. Allerdings war ich, seit ich denken kann, immer gerne im Wald und in der Natur. Für mich war der Wald schon immer ein Ort, an den ich mich zurückziehen konnte, wenn mir alles rundherum zu viel oder zu stressig wurde. Ein Ort, der mir Ruhe und Sicherheit gibt.
Aus diesen Gründen habe ich mich schlussendlich für mein Studium entschieden:
Nachdem ich mit der HAK fertig war, wollte ich mehr als ein reines Wirtschaftsstudium. Ich wollte nicht das Gefühl haben, nur für den Profit irgendwelcher Unternehmen zu lernen und später zu arbeiten. Ich habe nach etwas gesucht, das für mich persönlich einen Sinn hat. Irgendwie wollte ich der Natur auch etwas von dem zurückgeben, was sie mir über die Jahre gegeben hat.
Da ich während Corona maturiert habe und während dieser Zeit gefühlt nur drinnen vor dem Laptop gesessen bin, wollte ich ein Studium, bei dem ich Jobmöglichkeiten habe, bei denen ich auch draußen in der Natur sein kann. Gleichzeitig war mir aber auch wichtig, eine Ausbildung mit guten Berufsaussichten zu haben. Mit dem Forstwirtschaftsstudium habe ich das Gefühl, beides miteinander verbinden zu können. Statt ein Gap Year zu machen, habe ich mich deshalb entschieden, das Studium einfach einmal auszuprobieren. Nach dem Jahr hätte ich mich ja immer noch BWL studieren können.
Was ich einmal alles studieren/werden wollte:
Veterinärmedizin (aufgrund meiner Tierhaar-Allergie war das leider nicht möglich)
Biologie oder Psychologie
Nach einem anstrengenden Uni-Tag entspanne ich am liebsten:
In der Natur mit meinen Hunden, im Fitnessstudio oder mit Freund*innen und Familie
Außer studieren – das ist für mich positiv am Studentinnen*leben:
Der größte Pluspunkt der Boku ist, dass ich meine Hunde mit in die Vorlesungen mitnehmen kann. Durch die vielen Exkursionen im Studium lernt man schnell neue interessante Menschen kennen. Durch die freie Zeiteinteilung kann man vielen unterschiedlichen Interessen nachgehen. Es ist auch schön zwischen den Vorlesungen im Türkenschanzpark eine Pause zu machen oder mit den Hunden spazieren zu gehen.
So schaut’s auf meinem Schreibtisch aus:
Muss eigentlich immer alles ordentlich und gut sortiert sein. Alles hat seinen festen Platz, sonst kann ich mich einfach nicht richtig konzentrieren.
Ich bin FIT-Botschafterin* weil…
Ich möchte junge Frauen dazu inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen. Dass sie das machen können, wofür sie wirklich brennen und worin sie sich wohlfühlen. Auch in männerdominierten Branchen sollte man sich nicht davon abhalten lassen, seinen Interessen nachzugehen. Ich möchte zeigen, dass man sich ruhig trauen kann, neue Wege einzuschlagen, auch wenn man die Erste in der Familie ist.
Meine Botschaft an Maturantinnen*:
Wenn du die Möglichkeit hast, hör in dich hinein und frag dich, was dich eigentlich schon immer begeistert hat. Worüber könntest du stundenlang reden, ohne müde zu werden? Vielleicht gibt es da draußen Studienrichtungen oder Ausbildungen, von denen du noch nie gehört hast, die aber genau zu dir passen würden.
Mach dir nicht zu viel Druck! Die Entscheidung, die du jetzt triffst, muss nicht für immer sein. Vergleiche dich auch nicht mit anderen, jede*r hat andere Voraussetzungen und geht einen eigenen Weg. Everything happens for a reason! Natürlich wäre für mein Studium eine AHS mit Schwerpunkt Biologie die bessere Vorbereitung gewesen. Aber ohne meine wirtschaftliche Ausbildung wäre ich heute nicht die Frau, die ich bin, und würde viele Dinge vielleicht auch nicht aus derselben Perspektive betrachten. Deshalb würde ich auch nichts an meinem Weg hierher ändern. Manchmal führen einen gerade die Umwege dorthin, wo man eigentlich hingehört.

